Du besuchst das erstemal einen 3D-Parcours, spannst den Bogen und vor dir steht ein lebensgroßer 3D-Hirsch zwischen den Bäumen. Sieht beeindruckend aus, aber wo genau sollst du jetzt eigentlich hinzielen? Auf den Bauch? Auf die Ringe? Und was bedeuten die überhaupt? In diesem Artikel erfährst du, was 3D-Tiere sind, wie die Wertungszonen aufgebaut sind und nach welchen Regeln deine Treffer gezählt werden.
3D-Tiere sind lebensgroße Figuren aus speziellem Schaumstoff, die auf einem Bogenparcours in natürlicher Umgebung aufgestellt werden. Du findest dort alles, vom kleinen Frosch über Rehe und Wildschweine bis hin zu Bären oder sogar Dinosauriern. Die Figuren stehen mal frei auf einer Lichtung, mal halb versteckt zwischen Büschen oder auf einem Hang. Genau das macht den Reiz aus: Jeder Schuss ist anders, jede Station eine neue Herausforderung.
Die Tiere sind so gestaltet, dass sie den natürlichen Proportionen ihrer realen Vorbilder möglichst nahekommen. Auf der Oberfläche sind Wertungszonen eingezeichnet, anhand derer dein Treffer bewertet wird. Je nach Größe der Wertungszone werden die Tiere in vier Gruppen eingeteilt. Ein großer Hirsch hat also eine größere Trefferzone als ein kleiner Hase. So bleibt der Schwierigkeitsgrad fair und abwechslungsreich.
Auf jedem 3D-Tier findest du im Bereich von Herz und Lunge eingezeichnete Ringe. Dieser Bereich wird als „Kill“ bezeichnet. Die meisten modernen 3D-Tiere haben drei konzentrische Ringe. Einen kleinen inneren Ring, einen mittleren Ring und einen größeren äußeren Ring. Je weiter innen dein Pfeil landet, desto mehr Punkte bekommst du.
Triffst du das Tier außerhalb der Ringe, aber auf dem Körper, ist das ein Körpertreffer. Der bringt zwar weniger Punkte, zählt aber immerhin noch. Kein Treffer hingegen sind Pfeile, die Horn, Geweih, Huf oder den Sockel (also die Standfläche) treffen. Die gelten als Fehlschuss. Ziel ist es also immer, den Pfeil möglichst mittig in die Killzone zu setzen.

Beim DSB, also nach den Regeln der World Archery, schießt du in der normalen Runde zwei Pfeile pro Station. Jeder Pfeil wird einzeln gewertet. Die Punkteverteilung ist klar gestaffelt:
Wichtig zu wissen: Die Trennlinie zwischen zwei Wertungsbereichen gehört beim DSB immer zum höherwertigen Bereich. Wenn dein Pfeil also gerade so die Linie zum 10er-Ring berührt, bekommst du die vollen 10 Punkte. Das kann im Zweifelsfall einen echten Unterschied machen.
Beim DFBV, der nach den Regeln der IFAA schießt, hast du pro Station drei Pfeile zur Verfügung.
Der entscheidende Unterschied: Es zählt nur dein erster Treffer. Sobald ein Pfeil im Tier steckt, sind die restlichen Pfeile für die Wertung irrelevant.
Die Punktevergabe hängt davon ab, mit welchem Pfeil du triffst und wo. Die folgende Tabelle zeigt dir die Abstufung auf einen Blick:
| Trefferzone | 1. Pfeil | 2. Pfeil | 3. Pfeil |
|---|---|---|---|
| Vital (innerhalb Kill) | 20 Punkte | 16 Punkte | 12 Punkte |
| Wound (Körpertreffer) | 18 Punkte | 14 Punkte | 10 Punkte |
Es lohnt sich also, mit dem ersten Pfeil sauber zu zielen. Denn egal ob Vital oder Wound. Je früher du triffst, desto mehr Punkte holst du.
Auch bei der Trennlinie gibt es einen Unterschied zum DSB. Beim DFBV gehört die Linie nicht zum höherwertigen Bereich. Dein Pfeil muss tatsächlich in die höherwertige Zone eingedrungen sein, also die Linie „angerissen“ haben. Eine bloße Berührung reicht hier nicht aus.
Auf dem Parcours passieren Dinge, die nicht im Lehrbuch stehen. Dein Pfeil prallt ab, durchschlägt das Tier komplett oder streift es nur. Hier die wichtigsten Sonderfälle im Überblick:
Manche 3D-Tiere haben übrigens mehrere eingezeichnete Killzonen. Welche zählt? Beide Verbände regeln das gleich. Gibt es im Wartebereich eine Abbildung mit markierter Killzone, gilt diese. Fehlt eine solche Markierung, zählt das Kill, das dir als Schütze die größte Breitseite zeigt, also das dir „zugewandte“ Kill.
Gerade am Anfang passieren ein paar typische Fehler immer wieder. Damit du von Anfang an besser triffst, hier die wichtigsten Tipps:
Wer die Wertungszonen kennt und versteht, wie Treffer bei DSB und DFBV gewertet werden, schießt bewusster und holt mehr aus jedem Parcours-Besuch heraus. Du musst kein Regelwerk auswendig lernen, aber ein Grundverständnis der Killzonen und Punktevergabe macht dich auf der Schussbahn deutlich sicherer.
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